Johannes Bittner, 25.05.2004
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Kommunikationssituation und Kommunikationsbedingungen privater Homepages im WWW unterscheiden sich eindeutig von denen traditioneller analoger Textsorten. Davon betroffen sind nicht nur Produktions- und Rezeptionssituation, sondern insbesondere auch das Öffentlichkeitsverhältnis und das Verhältnis zwischen den Kommunikationsteilnehmern.
Typisch ist das hybride Öffentlichkeitsverhältnis privater Homepages, demzufolge die Seiten prinzipiell natürlich weltweit frei rezipiert werden können, faktisch aber nur dem kleinen Rezipientenkreis zugänglich sind, der den (virtuellen) Weg dorthin gefunden hat. So spiegeln zahlreiche Seiten im Korpus die zeitliche, räumliche, personale und physische Entgrenzung durch das World Wide Web als Homepage-"Träger" wider, indem die Autoren Unsicherheit in Bezug auf ihre (möglichen) Rezipienten zeigen [18].
Generell wichtig ist für die produzenten die direkte Ansprache der potentiellen Rezipienten [4], bis hin zu einem "konstruierten Rezipienten", der dem fiktiven Leser gleicht. In die gleiche Richtung geht auch die offensichtliche Bedeutung der Anzahl der Seitenzugriffe, die gewissermaßen als "Validierung" des Angebots dienen, indem sie anzeigen, wie viele Besucher die Seite (hoffentlich) schon hatte. Zusätzliche Funktionen wie etwa eine tageszeitabhängige Begrüßung [8] sollen zur Herstellung einer individualisierten, dynamischen Kommunikationssituation beitragen.
Die zahlreich vertretenen Kontaktappelle (i.a.R. per E-Mail) sowie die Gästebücher verdeutlichen schließlich das Bedürfnis nach (zusätzlicher) Kommunikation (die ja dann auch wieder als "Validierung" der eigenen Homepage dient) und untermauern damit die Feststellung der "hybriden Öffentlichkeit". Frei nach dem Motto: "Stell dir vor, Du hast eine Homepage, und keiner schaut vorbei."
Johannes Bittner, 22.06.2004